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Themen: Thema des Monats: Demenz

Was ist Demenz?

In Deutschland leiden etwa 1,5 Millionen Menschen an einer Demenz. Sie gehört zu den häufigsten Krankheitssyndromen im Alter. Im Verlauf kommt es zu einem Abbau des Gedächtnisses, der mit Störungen in verschiedenen Bereichen (z. B. Denkfähigkeit, Orientierung, Sprache, Verhalten) einhergeht. 

  • In Deutschland sind rund 1,5 Millionen Menschen betroffen.
  • Die Alzheimer-Demenz ist am weitesten verbreitet.
  • Betroffen sind vor allem ältere Menschen über 65 Jahre.
  • Frauen erkranken häufiger als Männer.

Die Erkrankung führt zu Störungen in verschiedenen Bereichen (z. B. Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Persönlichkeit).

Demenz oder Altersvergesslichkeit?

Merkmale der normalen Altersvergesslichkeit:

  • Die Vergesslichkeit ist vorübergehend
  • Bei längerem Nachdenken fällt einem das Vergessene wieder ein.
  • Die Vergesslichkeit und das Verlegen von Gegenständen zeigen sich nur manchmal als Problem.
  • Soziale Kontakte bleiben erhalten

Merkmale einer Alzheimer-Demenz:

  • Die Vergesslichkeit dauert an.
  • Selbst bei längerem Nachdenken fällt einem das Vergessene nicht mehr ein.
  • Die Vergesslichkeit und das Verlegen von Gegenständen zeigen sich regelmäßig als Problem.
  • Sozialer Rückzug.

Demenzformen im Überblick

Die Alzheimer-Demenz ist am weitesten verbreitet. Rund 60 Prozent aller Demenzkranken leiden darunter. Die zweithäufigste Form ist die vaskuläre Demenz, die auf Durchblutungsstörungen des Gehirns zurückgeht. Diese beiden Demenzerkrankungen können auch kombiniert auftreten und sich als Mischform zeigen. Zu den selteneren Demenzformen zählen zum Beispiel die Parkinson-Demenz sowie medikamentös bedingte oder stoffwechselbedingte Demenzen.

Alzheimer-Demenz: ca. 60 %

  • Häufigste Demenzform
  • Beginnt schleichend
  • Symptome verschlechtern sich mit der Zeit
  • Bei der Alzheimer-Demenz stören Eiweißablagerungen im Gehirn den Stoffwechsel der Nervenzellen und führen zu einem fortschreitenden Verlust von Nervenzellen. Das Gehirn kann mit der Zeit um bis zu 20 Prozent schrumpfen.

Vaskuläre (gefäßbedingte) Demenz: ca. 15 %

  • Zweithäufigste Demenzform
  • Entsteht infolge einer Störung der Blutversorgung des Gehirns
  • Häufigste Ursachen: Bluthochdruck, Hirnblutungen, Hirninfarkt, Arterienverkalkung
  • Kein regelhafter Verlauf: Die Symptome können über lange Phasen stabil bleiben oder sich zeitweise auch verbessern 

Mischform: Alzheimer und Vaskuläre Demenz: ca. 15 %

Weitere Demenzformen (ca. 10 %):

z. B. Lewy-Körperchen-Demenz, Parkinson-Demenz, frontotemporale Demenz, medikamentös bedingte Demenz, stoffwechselbedingte Demenz, Demenz infolge eines Schädel-Hirn-Traumas.

Risikofaktoren

Das Alter und die Gene sind wichtige Risikofaktoren.

Das Risiko, an Demenz zu erkranken, steigt im höheren Alter stark an. Doch es gibt weitere Faktoren, die die Entwicklung der Erkrankung begünstigen können. Neben den Erbanlagen und dem weiblichen Geschlecht zählen zum Beispiel auch Bluthochdruck, Diabetes mellitus und eine geringe geistige Aktivität dazu.

  • Höheres Lebensalter

    Der größte Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz ist das Alter. In der zweiten Lebenshälfte steigt das Demenz-Risiko stark an: In der Gruppe der 65- bis 69-Jährigen sind noch weniger als zwei Prozent betroffen, während bei den über 90-Jährigen schon 35 Prozent an Demenz leiden.

  • Weibliches Geschlecht

    Über zwei Drittel aller Demenzkranken sind Frauen. Dies ist offenbar auf die längere Lebenserwartung von Frauen und hormonelle Faktoren zurückzuführen.

  • Erbanlagen

    Auch genetische Faktoren können die Entwicklung einer Demenz begünstigen. Sind Verwandte ersten Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) betroffen, vervierfacht sich das Erkrankungsrisiko. Zusätzlich gibt es seltenere, erbliche Formen der Alzheimer-Krankheit, die dazu führen, dass die Alzheimer-Demenz schon im Alter zwischen 30 und 60 Jahren auftritt und rasch fortschreitet.

  • Geringe geistige Aktivität und wenig Sozialkontakte

    Menschen mit leichten kognitiven (das Denken betreffende) Störungen und solche, die kaum Sozialkontakte pflegen, habe ein erhöhtes Demenz-Risiko.

  • Schädel-Hirn-Verletzungen

    Kopfverletzungen mit Hirn-Beteiligung sind als Risikofaktor für Demenz bekannt. Studien zufolge kommt es bei Betroffenen zu einer vermehrten Ablagerung bestimmter Proteine (Amyloidablagerungen), die auch als wichtiges Kennzeichen der Alzheimer-Erkrankung gelten.

  • Neurologische Erkrankungen

    Erkrankungen des Nervensystems wie zum Beispiel ein Schlaganfall, die Parkinson-Krankheit oder Chorea Huntington (erbliche Gehirnerkrankung) können das Demenz-Risiko erhöhen.

  • Übermäßiger Alkoholkonsum

    Zu viel Alkohol kann nicht nur zu leichten Erinnerungsstörungen führen, sondern auch die Entwicklung einer Demenz begünstigen.

  • Vaskuläre (gefäßbezogene) Risikofaktoren und Erkrankungen

    Alle Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, steigern zusätzlich auch das Demenz-Risiko. Dazu zählen zum Beispiel Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, starkes Übergewicht und Rauchen.

Selbsttest

demenz.behandeln.de/demenz-test.html

Tipps bei Demenz 

  • Dem Alltag Struktur geben – einen regelmäßigen Rhythmus einhalten, Wochenplan für wiederkehrende Termine erstellen

  • Dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen - Notizzettel und Hinweise an markanten Plätzen, Erinnerungsfunktion des Handys)

  • Gingium® für mehr geistige Leistungsfähigkeit hilft bei Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen - verbessert die Durchblutung im Gehirn, erhöht den Sauerstoffgehalt im Gehirn und stärkt die Nervenzellen

  • Wichtige Dinge immer an denselben Platz legen

  • Offen mit der Erkrankung umgehen - Rückhalt enger Bezugspersonen ist wichtig, unangenehme Missverständnisse können vermieden werden, mehr Verständnis erlangen

  • Telefon: Kurzwahlnummern einspeichern – feste Tasten für Familie und Arzt, Notizzettel mit den Kurzwahlen gut sichtbar neben dem Telefon aufbewahren, evtl. Seniorenhandy mit großen Tasten anschaffen

  • Für Sicherheit sorgen - Rauchmelder, Herdsicherungen und Bügeleisen mit automatischer Abschaltung, Stolperfallen beseitigen, für gute Beleuchtung sorgen, Zweitschlüssel beim Nachbarn hinterlegen, ggf. tägliche Rückmeldung zu einer bestimmten Uhrzeit vereinbaren, Hausnotruf-System nutzen

  • Aktiv bleiben - regelmäßige Bewegung, gemeinsame Aktivitäten mit Familie und Freunden, zum Spazierengehen verabreden, Urlaub mit betreuter Reisegruppen für Menschen mit beginnender Demenz

  • Die Zukunft planen – Zeit nutzen, um wichtige Fragen zu klären und grundlegende Entscheidungen zu treffen, z.B. Vollmachten, Patientenverfügungen, Testament und die Organisation der Finanzen 

 

Tipps für Angehörige - 10 Grundregeln zum Umgang mit Demenzkranken

  1. Informieren Sie sich über das Krankheitsbild. Um die Krankheit und die Veränderungen zu verstehen, die sie mit sich bringt, ist es wichtig, möglichst gut informiert zu sein.

  2. Behalten Sie wichtige Gewohnheiten der Betroffenen bei. Sie sollten so lange wie möglich zum Beispiel an ihrem geliebten Stammtisch oder dem Kaffeebesuch mit Freunden teilnehmen dürfen. Das gibt den Betroffenen ein Stück Vertrautes und Sicherheit zurück.

  3. Achten Sie auf einen gleichbleibenden Tagesablauf. Überfordern Sie die Betroffenen nicht durch zu viele oder zu belastende Aktivitäten (z. B. Lärm, Gedränge).

  4. Streiten Sie nicht! Demenzkranke folgen einer anderen Logik und sind mit Argumenten in der Regel nicht zu überzeugen. Vermeiden Sie deshalb unnütze Wortgefechte, die nur für schlechte Stimmung sorgen. Versuchen Sie, Konflikte zum Beispiel durch Ablenkung aufzulösen.

  5. Bleiben Sie gelassen. Nehmen Sie Gefühlsschwankungen und Aggressionen nicht persönlich. Sie können sehr belastend sein, aber sie sind typische Symptome der Erkrankung. Suchen Sie rechtzeitig Hilfe, wenn Sie merken, dass Sie an Ihre Grenzen kommen.

  6. Üben Sie sich in Geduld! Sprechen Sie deutlich und langsam und in einfachen, kurzen Sätzen. Wiederholen Sie das Gesagte nach Bedarf und geben Sie den Betroffenen ausreichend Zeit zu reagieren.

  7. Geben Sie Orientierung. Große Uhren, gut lesbare Hinweisschilder (z. B. auf Schubladen), ein Kalender mit dem aktuellen Datum und wichtige Mitteilungen auf einer Tafel können den Betroffenen die zeitliche und räumliche Orientierung erleichtern.

  8. Bleiben Sie in Kontakt! Im Verlauf der Erkrankung wird die sprachliche Verständigung immer schwieriger. Umso wichtiger ist es, durch körperliche Nähe, Blicke und Gesten mit dem Betroffenen in Kontakt zu bleiben.

  9. Sprechen Sie oft über schöne Erlebnisse in der Vergangenheit. Das Langzeitgedächtnis bleibt bei Demenz zu Beginn noch erhalten und durch schöne Erinnerungen lassen sich bei Betroffenen oft positive Gefühle hervorrufen.

  10. Denken Sie an sich selbst! Die Betreuung und Pflege von Demenzkranken ist selbst für Fachkräfte eine große Herausforderung. Denken Sie daran, für sich selbst Auszeiten zu schaffen, um wieder Energien auftanken zu können. Nutzen Sie Hilfs- und Beratungsangebote von außen und sprechen Sie auch mit Familie und Freunden über Ihre Sorgen und Nöte. Viele Pflegende empfinden es als sehr hilfreich, sich mit anderen Menschen, die in der gleichen Situation sind, auszutauschen.