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Themen: Aktiv im Alter

Internationaler Tag der Älteren

1990 haben die Vereinten Nationen den 1. Oktober zum Internationalen Tag der älteren Menschen („International Day of Older Persons“) erklärt. So sollen alljährlich nicht nur die Herausforderungen des demografischen Wandels und die Lebensbedingungen älterer Frauen und Männer, sondern auch das Engagement der Älteren für die Gesellschaft und den Zusammenhalt der Familie in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Vor allem sollen ältere Menschen die Möglichkeit bekommen, an den Entscheidungen, welche ihr Leben betreffen, voll beteiligt zu werden. 

Deutschland

In Deutschland gibt es rund 17,5 Millionen Menschen, die 65 Jahre oder älter sind und bilden somit ca. 21 Prozent der Gesamtbevölkerung.¹ Die Menschen in Deutschland leben heute durchschnittlich über 30 Jahre länger als noch vor 100 Jahren.² Es ist davon auszugehen, dass Seniorinnen und Senioren heute im Durch¬schnitt gesünder, vitaler und besser ausgebildet als früher sind. Aber auch der Anteil arbeitender Senioren ist gestiegen. 2017 waren laut Statistischem Bundesamtes 16,1 Prozent der 65- bis 69-Jährigen erwerbstätig. 2007 waren es weniger als die Hälfte.³ Nicht nur der demografische Wandel erfordert eine „Neubewertung des Alters“. 

Mit dem Programm Altersbilder verfolgt das Bundesfamilienministerium das Ziel, aktuelle Altersbilder in der Gesellschaft zu fördern.4 Das Programm betont Kompetenzen und Stärken älterer Menschen und entwickelt ein neues Leitbild vom Alter, stellt insbesondere die heute sehr vielfältigen Lebensformen der älteren Generationen vor. „Dadurch sollen die Vorstellungen vom Leben im Alter erneuert und ältere Menschen ermutigt werden, ihre Fähigkeiten selbst bestimmt in die Gesellschaft einzubringen.“5

In Bezug auf die Freizeitgestaltung haben laut Statistischem Bundesamt über 65-Jährige vielseitige Interessen: Sport, Internet oder Bücher. Viele Menschen dieser Generation engagieren sich auch sozial. So ist der Anteil der Ehrenamtlichen unter den ab 70-Jährigen deutschlandweit am höchsten.6 Verschiedene Aktivprogramme unterstützen ältere Menschen außerdem bei ihrem selbstständigen Leben. So geben Krankenkassen Auskünfte über Sport- und Bewegungsangebote: https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/leistungen-gesetzliche-krankenkassen/praevention-vorsorge-krankenkassen/Gesundheitskurse/

Daneben zeigt das Bundesfamilienministerium auch weitere Möglichkeiten, wie bspw. ehrenamtliche Tätigkeiten oder Generationsprojekte. Übergreifend, überparteilich und überkonfessionell wurde dafür die eigenständige Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) gegründet, welche die Interessen der älteren Generation vertritt. Dazu haben sich rund 120 Vereine und Verbände der Zivilgesellschaft zusammengeschlossen. 7

Ein wichtiger Faktor für die Teilhabe am Leben ist auch der Zugang zu sowie der Umgang mit digitalen Medien. In der Broschüre „Nie zu alt fürs Internet“ werden die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Außerdem stellte sich das Bundesfamilienministerium der Frage: „Was heißt schon alt?“ und stellte Ergebnisse eines Wettbewerbs in der gleichnamigen Ausstellung vor. Bis zum 12. November 2019 konnten war diese im Mehrgenerationenhaus Chemnitz zu sehen.

Weiterführende Links:

https://www.bagso.de/
https://www.bagso.de/projekte/im-alter-in-form/
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/-digitaler-engel--startet-deutschlandtour/140730
https://www.programm-altersbilder.de/
https://www.programm-altersbilder.de/meldungen/161019-filmfestival-der-generationen.html

Rekorde im Alter

  • Ältester Everest-Bezwinger:
    Yuichiro Miura (japanischer Alpinist), 2013 mit 80 Jahren
  • Ältester Marathon-Läufer:
    Fauja Singh, 2011 absolvierte als erster mit 100 Jahren einen Marathon
  • Ältester Astronaut:
    John Herschel Glenn Jr., 1998 umkreiste er mit 77 Jahren die Erde
  • Älteste Doktorandin:
    Ingeborg Rapoport, mit 102 Jahren erhielt sie den Doktortitel, der ihr 77 Jahre zuvor aufgrund jüdischer Wurzeln widersagt wurde
  • Ältester Turniertänzer:
    Frederick Salter, 2011 schwang er mit 100 Jahren das Tanzbein

Sachsen

2016 unterzeichneten die Vertreter der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Unfallversicherung, die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz die Landesrahmenvereinbarung nach § 20f SGB V zur Umsetzung des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention und im Anschluss traten der Sächsische Städte- und Gemeindetag, der Sächsische Landkreistag und die Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Chemnitz der Landesrahmenvereinbarung bei. Diese bildet nun die gemeinsame Grundlage des sächsischen Gesundheitszieleprozesses, um in unterschiedlichen Bereichen der Gesundheitsförderung und Prävention für die Menschen in Sachsen die gesundheitliche Lebensqualität zu stärken. 9

Sachsen ist 2016 bereits zum 2. Mal als Referenzstandort der europäischen Innovationspartner-schaft im Projektbereich "Aktives und Gesundes Leben im Alter" ausgezeichnet worden. 10 Das europäische Programm, an welchem sich über 2500 Institutionen beteiligen, hat zum Ziel, die durchschnittliche Zahl der gesunden Lebensjahre der Europäer bis zum Jahr 2020 um zwei Jahre zu erhöhen. Dies soll vor allem durch einen europaweiten Erfahrungsaustausch hinsichtlich innovativer Angebote im Gesundheitsbereich geschehen, um darauf aufbauend „Best-practise-Beispiele“ zu erarbeiten.

Der Austausch untereinander steht aus Sicht des Freistaates auch auf Bürgerebene im Fokus. In Sachsen gibt es viele Projekte, in denen Menschen verschiedener Generationen gemeinsam wirken. Um diese bekannt zu machen und vorbildliches Engagement zu würdigen, vergibt der Freistaat Sachsen den "Generationenpreis miteinander". Mit der Auszeichnung sollen herausragende und beispielhafte Projekte geehrt werden, in denen Kinder, Jugendliche, erwerbsfähige Bürger aller Altersstufen sowie Ältere nach Abschluss ihres Berufslebens gemeinsam wirken und so zum Miteinander der Generationen beitragen. Der Freistaat lobte 2019 hierfür ein Preisgeld von insgesamt 15.000 Euro aus. 11

Weiterführende Links:

https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/34244

https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/34002

Mehr als 80.000 Menschen über 60 Jahren leben in Chemnitz. Für die Zeit nach dem aktiven Arbeitsleben hält die Stadt Chemnitz zahlreiche Angebote für einen schönen Ruhestand bereit. Doch auch für den Fall von Krankheit und Pflegebedürftigkeit stehen kompetente Dienste zur Seite. Der Seniorenbeirat ist eine vom Stadtrat berufene Interessenvertretung der älteren Einwohnerinnen und Einwohner. Er berät den Stadtrat zu den besonderen Belangen der Senioren. In Zusammenarbeit mit diesem ist der Seniorenleitfaden der Stadt Chemnitz entstanden. Dieser bietet Hilfe für ein aktives und selbstbestimmtes Leben sowie Kontakte zu Beratungs- und Hilfsangeboten für Senioren und ihre Angehörigen. 12 Ausgewählte Möglichkeiten werden hier vorgestellt:

Eine Möglichkeit spiegelt lebenslanges Lernen dar. Das Seniorenkolleg an der TU Chemnitz ist ein Bildungsangebot vorrangig für ältere Bürger aus Chemnitz und der Region. Im Rahmen eines fächerübergreifenden Vorlesungsprogramms vermittelt es interessierten Bürgern, insbesondere jenen, die nicht mehr im Berufsleben stehen, Informationen zu Themen aus den Bereichen Naturwissenschaft und Technik, Soziales und Gesundheit, Politik und Gesellschaft, neue Medien, Sprachen, Kunst und Kultur. Auch Regionales steht dabei im Fokus. Das Seniorenkolleg fördert soziale Kontakte unter den Älteren und baut Brücken zur jüngeren Generation. Neben den Vorlesungen steht allen interessierten Senioren eine Vielzahl zusätzlicher Angebote zur Verfügung. Dazu zählen u.a. Kurse, Bildungsexkursionen, die Beteiligung an bundesweiten Online-Vorlesungen, an europäischen Projekten, Konferenzen und Kulturveranstaltungen.13 Egal ob Senior, Angehörige oder Interessierte, auch die Seniorenakademie URANIA bietet Vorträge zu verschiedenen Themen von Referenten aus der Region. Die Vorträge finden regelmäßig im Kraftwerk e. V. statt. Auch städtische Bildungseinrichtungen, wie die Volkshochschule Chemnitz oder die Stadtbibliothek Chemnitz widmen sich Themen, die für die ältere Generation von Interesse sind und bieten Kurse, Vorträge oder entsprechende Literatur an.

Eine Möglichkeit ist die Aufnahme oder Fortführung einer ehrenamtlichen Tätigkeit. Dazu berät das Freiwilligenzentrum Chemnitz und stellt den Kontakt zu Einrichtungen her, wo Hilfe gebraucht wird. Bei der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements steht die Bürgerstiftung Chemnitz zur Seite, welche mit Erträgen des Stiftungsvermögens eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte fördert oder initiiert.

Außerdem gibt es in Chemnitz Paten- und Mentoringprojekte für interessierte Aktive im Alter, wie bspw. die „Familienpaten“ des Caritasverbandes für Chemnitz und Umgebung e.V. oder die „Großeltern für mich“ des Mehrgenerationenhauses Chemnitz. Familienpaten engagieren sich ehrenamtlich und schenken einem Kind: Freude, Zeit, Erfahrung, Motivation, Aufmerksamkeit oder Verständnis. Weitere Projekte bieten die vielen Chemnitzer Begegnungseinrichtungen an. Eine Übersicht dieser findet sich hier im Sozialatlas Chemnitz oder bei der Stadt Chemnitz.

Seit 2018 gibt es auch eine zivilgesellschaftliche Initiative „Omas gegen Rechts Chemnitz“, die sich nach dem Vorbild der OMAS GEGEN RECHTS Österreich gegründet hat. 14 Die AkteurInnen wollen Lebenserfahrung, Lebendigkeit und Zuversicht einbringen, um gesellschaftlich relevante Themen sichtbar zu machen. Menschen auf dem Land und in den Städten übernehmen zusammen Verantwortung gegen Rechts.15 Außerdem trifft sich in Chemnitz eine regionale Chatgruppe der „Grandparents for Future-Bewegung“, zum Austausch zu den Themen der Klimaschutzbewegung FridaysForFuture. Die Kommunikationsgruppe ist ein Teil des Netzwerks „Parents For Future“.

Unterstützung im Alltag

Durch den Ruhestand fallen häufig auch soziale Kontakte weg. Das Bedeutet für Senioren häufig, dass neue Kontakte geknüpft werden müssen, denn das Beisammensein trägt maßgeblich dazu bei, dass man aktiv und fit bleibt. Gemeinsame Unternehmungen oder einfach nur der Austausch untereinander ist genauso wichtig, wie die sportliche Betätigung oder Weiterbildung. Dafür bietet sich in Chemnitz ein gemeinsames Wohnen an, wie bspw. betreutes Wohnen oder Servicewohnen.

Auch für den Fall, dass man für kleinere Hilfen im Alltag benötigt, gibt es Möglichkeiten trotzdem in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. In Chemnitz gibt es bspw. Einrichtungen, die durch einen Concierge – einem Ansprechpartner bzw. Türpfortner, betreut werden. Eine Übersicht der Stadt Chemnitz (Stand 2017) findet sich hier.

Informationen zur Nachbarschaftshilfe bieten außerdem verschiedene Plattformen, wie bspw. Netzwerkgruppen auf Sozialen Medien oder auch die Webseite www.nebenan.de, auf welcher sich Nachbarn in jeweiligen (Chemnitzer) Stadtteilen austauschen und gegenseitig Hilfe anbieten können.

Angebote in Sportvereinen

Alle Sportbegeisterten oder Senioren, die einen Verein suchen, in dem sie Sport treiben können, finden beim Chemnitzer Stadtsportbund eine Übersicht zu Sportmöglichkeiten in Chemnitzer Vereinen. Dort kann nach Sportart, Uhrzeit, Ort sowie auch nach Geschlecht ausgewählt werden. In jedem Verein ist ein Probetraining zum Reinschnuppern möglich!

Die Sächsische Staatsregierung führt außerdem gemeinsam mit dem Landessportbund Sachsen seit 2009 das Projekt „KOMM! in den Sportverein" durch. Gegenstand der Förderung ist eine Kostenübernahme der Mitgliedsbeiträge in gemeinnützigen Sportvereinen sowie ab 2013 der Auf- und Ausbau von Netzwerken zur Bewegungsförderung. Auch der Stadtsportbund Chemnitz beteiligt sich am Projekt.

Quellen:

1) Statista, de.statista.com/themen/172/senioren/(abgerufen am 28.11.19).
2) Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/aeltere-menschen/aktiv-im-alter/neue-bilder-vom-alter/77194 (abgerufen am 28.11.19).
3) ZEIT ONLINE GmbH, https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-10/senioren-arbeit-statistik-anstieg-rente / https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/aeltere-menschen/aktiv-im-alter/neue-bilder-vom-alter/77194 (abgerufen am 28.11.19).
4) Ebenda.
5) Vgl. Ebenda.
6) Statista, https://de.statista.com/themen/172/senioren/ (abgerufen am 28.11.19).
7) BAGSO, https://www.bagso.de/die-bagso/ueber-uns/ (abgerufen am 28.11.2019).
8) Ausstellung “Ey Alter”, Daimler AG, Stuttgart, 2015.
9) Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, https://www.gesunde.sachsen.de/35.html (abgerufen am 28.11.2019).
10) Deutsches Ärzteblatt, Deutscher Ärzteverlag GmbH, 17. Januar 2017, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72512/Sachsen-ist-europaeischer-Referenzort-fuer-aktives-und-gesundes-Altern (abgerufen am 28.11.2019).
11) https://www.generationenpreis.sachsen.de/index.html (abgerufen am 22.11.2019).
12) https://www.chemnitz.de/chemnitz/de/leben-in-chemnitz/senioren/index.html (abgerufen am 28.11.2019).
13) https://www.tu-chemnitz.de/seniorenkolleg (abgerufen am 28.11.2019).
14) Vgl. Initiative Omas gegen rechts, http://www.omasgegenrechts.de/location/ogr-chemnitz/ (abgerufen am 28.11.19).
15) Vgl. Facebook-Gruppe https://www.facebook.com/groups/525180387963023/ (abgerufen am 28.11.19).